Bäume gepflanzt, Haus bemalt…und jetzt schreibe ich noch einen kurzen Bericht.
Da ich bereits im ornitologischen Alter bin, war es meiner Freundin Klara ein leichtes, mich an ihrem Geburtstag im Februar 2025 ins Tieranatomisches Theater der HU Berlin zu locken. Dort gab es eine Ausstellung von und über Graupapageien: „Parrot Terristories“ kuriert von den Professor*innen für Multispecies Storytelling (Kunsthochschule für Medien Köln) Ute Hörner und Mathias Antlfinger.
Die Ausstellung war multiperspektivisch, visuell und auditiv und hat mich gepackt. Es waren von Papageien erschaffene Skulpturen ausgestellt, der Papagei im kunsthistorischen und kollonialen Kontext wurde gezeigt, es gab fotografische Arbeiten und von Graupapageien gesungene Lieder. Und es wurde das von Nick Byaba initiierte und geleitete Grey Parrot Museum in Bigodi am Rand des Kibale Forest National Parks, Uganda vorgestellt. Ich war zum ersten mal im Tieranatomischen Theater und trug mich in die Newsletterliste ein. Zur Finissage der Ausstellung war Nick Byaba geladen – der Initiator und Leiter des Museums. Auch ein Vogelfreund, obviously. Er sprach über seine Arbeit für den Erhalt und Schutz der Graupapageien, über die Zusammenarbeit mit einer Baumschule, die junge Futterpflanzen für Graupapageien an Farmer in der Umgebung verteilt und über das Verhalten der Kasuku (Graupapageien) selbst. Ich war anwesend und einige Tage später beschloss ich, Kontakt zu Nick aufzunehmen. Ob ich in der Baumschule arbeiten darf, fragte ich. Das war mein Wunsch. In der Erde graben, gutes tun für tun für die Umwelt, was lernen, an der frischen Luft sein. Aber ich würde auch alles andere tun, ich kann auch malen. Gesagt/getan – eine Frau, ein Mann, viele Wörter. Ein Jahr später kam ich beim Graupapageienmuseum an.
Nachdem ich zwei Bäume gepflanzt hatte, stand ich am nächsten Tag mit Nick auf der Terrasse des Museums. „Hier“, er wies auf ein Stück Außenwand, „…hätte ich gern ein Bild. Du wirst es zusammen mit einem Freund von mir malen – der ist auch Künstler.“ Einfach direkt ihn den Innendienst versetzt. Im Freien war es ja zu Glück trotzdem. Mit meinem neuen Kollegen und Ausbilder (Lackmalerei) Polly Akampa plante und malte ich dann die nächsten 1,5 Wochen das Bild.
Was das Konzept anging, so waren wir uns einig: wir machen es nicht so, wie Nick es sagt. Der wollte ursprünglich, dass wir ein unangetastetes Ökosystem und daneben zum Vergleich eine zerstörte Natur malen. Wir wollten uns jedoch nur mit den schönen Motiven des Lebens beschäftigen. Das Bild zeigt den Wald (Kibale National Park), die Sumpflandschaft (Bigodi Wet Land) und die Community. Natur und Menschliches Leben sind hier eng miteinander verwoben und das Bild soll fühlbar machen,, wie schützenswert diese wunderschöne Natur ist.
Obwohl das Angebot von Lacken beim Händler ziemlich groß war, mixten wir alles aus kaltem Rot, Orange, Gelb, Blau, Schwarz und Weiß.Hatte mich zunächst übers Orange gewundert, verstehe es jetzt aber. Und immer ein Schuss Lösungsmittel ran, es war berauschend.
Zum technischen Vorgehen: Erst haben wir die Kompositionskizze auf die Wand übertragen (nach Gefühl, das Seitenverhältnis war ja drei mal breiter), die Dienste aber auch nur zur Orientierung und haben wir alles mit dem Hintergrund übermalt (ich wollte erst anders anfangen, habe es dann aber viel viel besser gelernt). Anschließend haben wir dann auf die Idee, die von der Vorzeichnung noch da war, mit verdünntem die Konturen gesetzt (das ist der Schritt, an dem man am meisten aufpassen muss…bloß nicht zu flüssig… das macht alles kaputt!) und dann mit etwas dickflüssigerer Mischung die Motive gefüllt.
Wie viel Spaß mir das alles gemacht hat, kann ich garnicht so kurz beschreiben. Und um uns herum war immer was los: angehende Ranger*innen zum Feierabend, Familie, Tiere, Pflanzen und Besucher*innen.
Danke, Nicole Ebber für die Betreuung und Unterstützung bei der Flugbuchung am 31.12. um 21h… ohne Dich hätte ich es vermutlich nicht geschafft.
FOTODOKU coming very soon
